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Wappengeschichte

   Wappen und Siegel der Stadt Zons

     Auszug aus dem Buch ,, Stadt Zons am Rhein€

  von Bürgermeister Nikolaus Kohl
    (Amtszeit von 1900 bis 1909)

WappenZonsfarbig2

  O b Zons in kurkölnischer Zeit das Recht, ein Wappen  zu  führen,besessen hat, läßt sich nicht entscheiden. Zwar bildet  Mart.Henr.v. Strevesdorff in der Archideoeceseos         Coloniensis descriptio (Cöln 1740) ein Zonser Wappen ab. In einem Wappenschild befindet sich der Hl. Martinus ( Patron der Pfarrkirche), der  nach rechts reitet und für        den  links unten hockenden  Bettler den Mantel zerteilt; rechts  oben schwebt das Kurcölnische  Wappen: Ein schwarzes Kreuz im silbernen Felde. Jedoch ist es                               wahrscheinlich, daß  Strevesdorff sich dieses  Wappen  aus dem Zonser  Schöffensiegel konstruiert hat.

   Dieses Siegel, das  u. A.  an Urkunden aus den Jahren 1336, 1349,  (vor der Stadterhebung), 1385,  1465 und  1671 im  Königl. Staatsarchiv zu  Düsseldorf  wohlerhalten ist,      zeigt  nämlich dasselbe Bild wie das Wappen von  Strevesdorff.  Ein Unterschied besteht nur darin, dass hier der Bettler  hinter dem Reiter steht. Die Umschrift des Siegels     lautet: ,S´(igillum) SCABINORUM DE ZUNZ .
A
uch in Siebachers Wappenbuch ist eine Nachbildung des  Wappens aus Strevesdorff wiedergegeben, jedoch mit der willkürlichen  Ãnderung, daß das kurkölnische Kreuz sich links statt oben rechts  befindet.

Siegel


Das neue  Stadtwappen, in künstlerischer Weise entworfen, entspricht genau  dem  alten Siegel, nur mußte auf Anordnung des Königl. Heroldsamtes zu Berlin der  kurcölnische Schild in ein rechtes Obereck abgeändert  werden, weil  die Anbringung eines  Schildes in dem grossen Wappenschilde nach heraldischen  Regeln unzulässig  sei. Das neue Stadtsiegel ist dagegen dem alten   Schöffensiegel  genau nachgebildet, weil hier das Bild des Heiligen eine selbstständige Schildesunterlage hat.  Die Farben des Wappens sind  schwarz-weiß-rot.  (schwarz das kurcölnische Kreuz, weiß (silbern) das Feld  dazu und die Wappenfiguren,  rot der große  Schild.
Seine Majestät derKönig Wilhelm II.  hatte die Gnade, das Wappen am 11. Mai dieses  Jahres zu genehmigen.
Die Allerhöchste Kabinettsorder datiert vom 12. Mai 1904 .  Seit Emanation der Rheinischen Gemeindeordnung vom  23. Juli 1845 ist anscheinend die Bezeichnung  ,,Stad“ für Zons außer Gebrauch gekommen und der Ort bis zum Anfang des Jahres 1903 ,, Flecken“ genannt worden.
Auf ergangene Rundfrage des Königl. statistischen Bureaus zu Berlin hat  aber das Königl. Staatarchiv  in  Düsseldorf am 13. Januar 1903 sich  dahin  ausgesprochen, daß die Eigenschaft  von Zons als Stadt in historischem Sinne nicht zweifelhaft  sein kann, während die Verwaltung  ( wie in  den Sädten Angermund, Baumholder, Bendorf, Brühl,  Ehrenbreitstein, Geilenkirchen und Grevenbroich) nach der  Landgemeindeverfassung erfolgt.  Diese Städte bildeten ehemals den Stand der Städte und  gehören seit Einführung der Selbstverwaltung  der Rheinprovinz (1888)  bei den Wahlen  zum Kreistage zum ,,Wahlverband der Städtage, was jedoch  bei  Zons nicht der Fall  ist.
Weitere Verhandlungen mit dem Königl. Staatsarchiv haben  uns dann zu dem neuen Stadtwappen verholfen und mich ermutigt, diese  Blätter zu  schreiben, zunächst um den Antrag  der Stadt auf  Verleihung des Wappens damit zu begründen, dann aber, um den rheinischen Geschichtsfreunden im engen Rahmen einer Broschüre ein  Bild zu geben von unserer alten Stadt, der ich seit dem 14. September  1900 vorstehe

U m meinen Mitbürgern die Kenntnis der Ortsgeschichte zu  vermitteln, habe ich bereits im Monat  November 1903 einige Vorträge  darüber gehalten,  deren beifällige Aufnahme mich für die darauf   verwendete Mühe reichlich entschädigte.
D ie Bürgerschaft rüstet sich, die Allerhöchste Verleihung des Stadtwappens festlich zu begehen: am 20. und 21. August 1904  wird  unter dem
Ehrenvorsitz des Königl. Landrats des Kreises Neuß,   Herrn Freiherrn von der Leyen-Blümersheim, ein großes Stadtfest  abgehalten.
Vielleicht sind die ,,Beiträge zur Geschichte der Stadt Zons als bescheidene Festgabe nicht  unwillkommen.



 
Zusammenfassung:  Hans-Gerd Schmiedel,  mit freundlicher Unterstützung von HansSürtenich

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